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LKH Schärding setzt im Kampf gegen Krebs auf Wachstumsstopp der KrebszellenIn den letzten Jahren konnten in der Krebsbehandlung beträchtliche Fortschritte erzielt werden – ein Erfolg, der nicht zuletzt auf neue Medikamente zurückzuführen ist. „Erwähnenswert ist vor allem jene Gruppe von Medikamenten, die die Signalübertragung der Krebszellen beeinflussen und somit die Krebserkrankungen zum Teil zurückdrängen können“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Thaler, Konsiliararzt der Internen Abteilung am Landeskrankenhaus Schärding. Die Funktion und das Wachstum normaler Körperzellen wird durch Botenstoffe reguliert. Bestimmte Botenstoffe, so genannte Wachstumsfaktoren binden sich an Empfängermoleküle (Rezeptoren) an der Außenseite der Zellhaut und senden dadurch Signale in das Innere der Zelle, die diese zur Zellteilung bzw. zur Zellvermehrung (Wachstum) anregen. „So sind beispielsweise bei jeder vierten Frau, die an Brustkrebs leidet, an der Zellhaut der Krebszellen die Rezeptormoleküle für einen bestimmten Wachstumsfaktor um ein Vielfaches vermehrt - dies kann mit einer speziellen Färbemethode nachgewiesen werden. Ein seit kurzem verfügbares Medikament, ein so genannter monoklonaler Antikörper blockiert diese Rezeptormoleküle und führt damit zum Wachstumsstopp der Krebszellen“, erklärt Dr. Thaler. Damit gelingt es sogar nach Versagen aller bisherigen Therapiemaßnamen bei einem Teil der Patientinnen die Krebserkrankung zurückzudrängen und für eine bestimmte Zeit unter Kontrolle zu halten und in früheren Stadien der Erkrankung die Heilungsrate zu erhöhen. Bei einer bestimmten Form von Blutkrebs, der chronisch myeloischen Leukämie ist ein für die Signalübertragung innerhalb der Zelle sehr wichtiges Eiweißmolekül so verändert, dass es ausschließlich Signale aussendet, welche die Leukämiezellen zum Wachstum anregen. „Dieses Eiweißmolekül kann durch ein neues Medikament mit geringen Nebenwirkungen gezielt beeinflusst werden. Dadurch gelingt es selbst in fortgeschrittenen Stadien die Leukämiezellen zurückzudrängen und die Erkrankung unter Kontrolle zu bringen“, so Dr. Thaler. Ähnliche Behandlungsansätze sind bei verschiedenen anderen bösartigen Tumoren in Erprobung und werden die zukünftige Entwicklung der Krebstherapie entscheidend beeinflussen. |
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