Vom letzten Geschenkekauf bis zum Weihnachtsessen: So schlagen Sie dem (Vor)weihnachtsstress ein Schnippchen
Die Advents- und Weihnachtszeit sollte eigentlich die ruhigste und friedlichste Zeit im Jahr sein, doch die meisten Menschen erleben die letzten Tage vor dem Fest alles andere als harmonisch und beschaulich. Die fehlenden Weihnachtsgeschenke müssen noch gekauft, Kekse gebacken, der Christbaum geschmückt, Verwandtenbesuche von der Tante bis zur Schwiegermutter koordiniert und die Wohnung glänzend geputzt werden. All das, obwohl in vielen Betrieben der Jahresabschluss ansteht und Arbeiten, die das ganze Jahr über aufgeschoben wurden, noch erledigt werden müssen, sodass das Überstundenkontingent ins Unermessliche ansteigt. Damit es dennoch klappt mit dem besinnlichen Feiern, rät das LKH Schärding, ein paar Tipps zu beachten.
Trotz der hektischen Zeit sollte man sich regelmäßig Auszeiten gönnen, zum Beispiel einfach eine halbe Stunde zuhause auf der Couch ausruhen, ohne sich dabei stören zu lassen. Auch Spaziergänge oder ein wenig Sport schaffen Ausgleich und stärken gleichzeitig das in der stressigen Zeit ohnehin sehr stark strapazierte Immunsystem. Fehlen noch Geschenke – oder viel schlimmer – die passenden Ideen, rät Prim. Dr. Franz Antlinger, Psychotherapeut und Leiter des Institutes für Anästhesiologie am LKH Schärding zu folgender Vorgehensweise: „Wenn Sie auf die Schnelle noch ein Geschenk benötigen und der Wunsch sich leider nicht einfach von den Augen ablesen lässt, sollten Sie sich kurz Zeit nehmen und eine Liste erstellen. Hat der-/diejenige besondere Interessen oder einmal einen Wunsch geäußert? Wichtig ist, nicht von sich auf andere zu schließen und eigene Wünsche nicht auf andere zu projizieren. Außerdem stehen bei Geschenken nicht unmittelbar der finanzielle Wert, sondern die damit verbundenen Gedanken im Vordergrund. Sollten die Ideen fehlen, schreiben Sie einfach eine Weihnachtskarte mit ein paar netten, persönlichen Zeilen und verschieben Sie das Geschenk auf einen anderen Anlass.“
Neben den Sorgen um das passende Geschenk, bereitet das Weihnachtsmenü vor allem Frauen jedes Jahr aufs Neue Kopfzerbrechen. Immerhin soll es besonders gut, opulent und nicht alltäglich sein. Wenn der Speiseplan an den Feiertagen tatsächlich sehr ausgefallen sein muss, ist es wichtig, vom Einkauf bis zum Tischdecken alle Schritte genau durchzuplanen und die Arbeitsaufgaben zu teilen. Auch Kinder können mithelfen und in die Planung miteinbezogen werden, schließlich ist es auch ihr Fest.
Ist der Heilige Abend nun endlich angebrochen, glauben viele, Harmonie und Familienglück auf Knopfdruck erzwingen zu müssen, was meist zwangsläufig für Enttäuschungen sorgt. In diesem Fall rät Psychotherapeut Antlinger, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen, etwas gelassener zu werden und das Idealbild von einem gelungenen Weihnachtsfest etwas herunterzuschrauben. Je realistischer die Vorstellungen vom Fest sind, umso fröhlicher und gelassener wird die Feier ausfallen. Sollte es dennoch zu einem Streit unter dem Christbaum kommen, sollte dieser auch als Chance gesehen werden, die eigene Beziehung zu prüfen. Denn oft werden erst durch Enttäuschungen die wahren Wünsche und Bedürfnisse des anderen sichtbar.
Einen weiteren Konfliktherd stellen die jährlichen Familientreffen dar, die bei manchen zu einem regelrechten „Verwandtenshopping“ ausarten. Bevor die Feiertage zu lästigen Pflichtterminen und Stimmungskillern werden, lieber einen Termin absagen oder die Familienfeiern bündeln. „Fragen Sie sich selbst, wie viele Termine Ihnen gut tun und welche Sie tatsächlich wahrnehmen möchten. Ihre Verwandten werden Ihnen dankbar sein für ein ehrliches, offenes Wort“, ergänzt Antlinger.