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Kinästhetik verbessert Beweglichkeit von Spitalspatienten

Das Schärdinger Spital bietet bettlägrigen Kranken ein neues Pflegeservice, das Bewegung und Transport wesentlich erleichtert.

Kinästhetik – schon davon gehört? Es geht um kompetentes und schonendes Handanlegen in der Krankenpflege. Um modernstes Pflegeservice zu bieten, ließ das Landeskrankenhaus Schärding fünfzehn Mitarbeiter des Pflegedienstes in Passau in Kinästhetik ausbilden. Damit leistet die Pflege im Schärdinger Spital einen wichtigen Beitrag zur sanften Gesunderhaltung verbleibender Körperfunktionen und zur Entwicklung neuer Funktionsmöglichkeiten bei bettlägrigen Kranken. Deren Beweglichkeit wird optimal verbessert bei gleichzeitig minimalem Kraft- und Zeitaufwand sowohl seitens des Patienten als auch seitens des Pflegepersonals selbst.

„Ziel ist es, Patienten in ihrer Beweglichkeit gezielt, sanft und punktgenau zu unterstützten und zu fördern. Kein Reißen, kein Ziehen, kein übermäßiger Krafteinsatz beim Bewegen und Transportieren von Patienten, statt dessen natürliche Unterstützung und Förderung der bestehenden Beweglichkeit, so lautet das Leitprinzip der Kinästhetik. Mittels federleichter Steuerung der Muskel und Gelenke des Kranken, durch kompetente Handgriffe an richtiger Stelle und vor allem durch ein Mitgehen bei der Bewegung seitens der Krankenschwester werden die Patienten in ihrer Beweglichkeit unterstützt und somit zu selbständigerer Körperkontrolle angeregt. Daneben werden die Sinnesorgane optimal unterstützt“, erklärt Krankenschwester Claudia Hauzinger die Grundzüge der speziellen Ausbildung in Kinästhetik. „Ein bettlägriger Kranker kann sich zwar weniger bewegen, fühlt und hört aber mehr. Wenn daher das Gefühl angeregt wird, zum Beispiel durch sanftes Berührung an der Schulter und der Hüfte, steht der Patient fast von selbst alleine auf. Es ist wie beim Tanzen, wenn ein Partner gut führen kann, ohne Druck auszuüben, zu reißen und zu ziehen.“

Die Kinästhetik hat auch Vorteile für das Pflegepersonal selbst: Weniger Rücken- und Gelenksschmerzen durch die vormals schwere Hebetätigkeit bei Bettlägrigen. Mittels Kinästhetik braucht nicht mehr gehoben werden, sondern nur noch sanft berührt.

Hauzinger: „Will man die Beine eines Patienten zum Beispiel hochheben, greift man nicht unter die Kniekehle und zieht kraftvoll hoch, sondern kippt die Beine des Patienten leicht zur Seite, umfasst den oberen Teil des Unterschenkel und dreht die Knie sanft retour und hoch.“

Das Schärdinger Spital bietet Kinästhetik in allen Stationen: In der Gynäkologie, Chirurgie, Unfallchirurgie, I. Interne, Herzüberwachung, Dialyse, II. Interne und chirurgische Intensivstation.