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Stammzellgewinnung durch Nabelschnurblutspende

Die Erkenntnis, aus verschiedenen Organsystemen gesunde Stammzellen (Vorläuferzellen) gewinnen zu können, um aus diesen Stammzellen spezielle andere, besser differenzierte Zellen entstehen zu lassen, beschäftigt seit Jahren Mediziner, die unter anderem mit der Behandlung von bösartigen Tumoren, speziell im Kindesalter, beschäftigt sind. Seit Langem weiß man, dass zur Behandlung von bösartigen Erkrankungen auch im Erwachsenenalter die Stammzelltransplantation sinnvoll und nützlich sein kann. Die Stammzellgewinnung aus peripherem Blut und z. B. gesundem Knochenmark ist bereits seit Langem etabliert. Die Idee, aus Nabelschnurblut die überhaupt am wenigsten differenzierte Stammzelle gewinnen zu können, war und ist faszinierend und wurde daher seit einigen Jahren in Eigenfinanzierung der interessierten Eltern nach Abschluss entsprechender Verträge mit Privatfirmen, die die Einlagerung und Konservierung garantierten, durchgeführt. Aus Stammzellen können sich Muskelzellen, Nervenzellen oder Blutzellen völlig neu bilden. Seit Kurzem steht der Geburtshilflichen Abteilung des LKH Schärding jetzt aber die öffentliche Blutzentrale Linz als Partner zur Nabelschnurblutverarbeitung und -einlagerung im Rahmen eines für die Mütter kostenlosen EU-Projektes zur Verfügung. Ziel dieser Initiative ist es, eine möglichst große und breit gefächerte Nabelschnurblutbank anzulegen, auf die in entsprechenden Fällen später bei der Behandlung von Erkrankungen zurückgegriffen werden kann. Dieses Gut dient nicht nur jenen Kindern, von denen Nabelschnurblut eingelagert wurde, sondern generell der Allgemeinheit. Zur Behandlung etwaiger Erkrankungen über eine Stammzelltransplantation ist erfahrungsgemäß nicht immer das eigene Blut das unbedingt beste. Je mehr Mütter ihr Nabelschnurblut spenden und einlagern lassen, desto breiter, sinnvoller, finanziell lukrativer und qualitativ hochwertiger wird eine derartige Nabelschnurblutbank.

 

Was geschieht bei der Abnahme?

Rotes Kreuz Nabelschnurblutspende

Die Nabelschnur stellt die Verbindung zwischen Mutterkuchen und dem Nabel des Kindes dar. Üblicherweise liegen in der Nabelschnur drei Blutgefäße, die unmittelbar nach der Geburt, wenn das Kind zu schreien beginnt und selbst atmet, als Verbindung zwischen Mutter und Kind plötzlich nicht mehr funktionieren. Diese Nabelschnur ist zu diesem Zeitpunkt meist ausreichend mit Blut gefüllt, da bei der normalen Geburt weder Mutter noch Kind dieses Blut aus der Nabelschnur weiter verwenden. Üblicherweise wird das Kind von dieser Nabelschnur getrennt und die Nabelschnur samt Inhalt und Nachgeburt verworfen. Es ist nun ganz einfach, nach entsprechender Reinigung der Nabelschnur und Gewinnung eines möglichst langen Nabelschnurstückes das Blut aus diesem Stück Nabelschnur mit einer Punktion in einen dafür vorgesehenen Beutel zu bringen. Dieser Beutel ist zum Teil mit Substanzen versehen, die eine korrekte Weiterverwendung und Lagerung des Blutes möglich machen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Nabelschnurblutspende ist nicht nur eine standardisierte saubere Abnahmetechnik, sondern auch die Überprüfung mütterlicher oder kindlicher Erkrankungen. Ausschlussgrund kann aber vor allem die Gewinnung von zu wenig Blut sein, da nur die ausreichende Menge garantiert, dass genug Stammzellen gewonnen werden können. Diese Punktion der Nabelschnur ist sowohl für Mutter als auch Kind völlig schmerzfrei und ohne Gefahr und in den meisten Fällen unmittelbar nach der Geburt von unserem geschulten Team durchführbar. Derzeit ist es nur in den LKHs Freistadt, Rohrbach und bei uns in Schärding möglich, dieses Angebot wahrzunehmen. Wir laden alle werdenden Mütter herzlich ein, von diesem überaus sinnvollen und zukunftsweisenden Angebot zum Wohle der Allgemeinheit und auch des eigenen Kindes Gebrauch zu machen.