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Im Interview Prim. Dr. Franz Antlinger, Landeskrankenhaus Schärding

Im Interview Prim. Dr. Franz Antlinger,
Landeskrankenhaus Schärding

 

Prim.Dr. Franz Antlinger 

  1. Kann man sich Schmerz auch einbilden?
    Prinzipiell hat der Patient immer recht, wenn er von Schmerz spricht. Er empfindet auch bei psychischen Ursachen wirkliche Schmerzzustände.
  2. Worin liegen psychische Ursachen?
    Nachdem Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden, können auch Schmerzzustände diese drei Ursachen haben. Es gibt also beides: Psychische Belastungen können körperliche Schmerzen nach sich ziehen und umgekehrt. Auch bei körperlichen Schmerzzuständen kann es z.B. zu depressiven Veränderungen kommen.
  3. Wo hat die Schmerztherapie ihre Grenzen?
    Gerade wenn die Ursachen überwiegend im psychischen Bereich liegen, zeigen sich die Grenzen der Schmerztherapie. Hier ist die Psychotherapie das Mittel der Wahl.
  4. Gibt es Alternativmethoden zur Schmerzbehandlung?
    Die Akupunktur ist die vom Sanitätsrat anerkannte und damit erlaubte alternativmedizinische Schmerzbehandlungsmethode. In der Regel reicht nicht eine einzige Sitzung aus, sondern der Patient braucht eine Serie von Akupunktur-Behandlungen. Die Methode entstammt der Chinesischen Medizin.
  5. Können Schmerzmittel süchtig machen?
    Nein, es gibt keinen einzigen dokumentierten Fall. Sucht ist ein psychisches Problem. Allerdings kann es z.B. beim Absetzen von Morphiumpräparaten zu Entzugserscheinungen kommen, die jedoch entsprechend behandelt werden können.
  6. Bei welchen Schmerzen kann nicht geholfen werden?
    Schwerst beeinflussbare Schmerzen entstehen bei Krebspatienten infolge einer Nervenschädigung durch Tumorwucherungen. Grundsätzlich können alle Arten von Schmerz behandelt werden, schwerste brauchen jedoch ein spezielles Therapiekonzept.
  7. Gibt es Schmerzen, die mit der Betäubungsart zusammenhängen?
    Mit den örtlichen Regionalanästhesien können Schmerzen schon während der Operation und vor allem auch danach sehr gut verhindert werden.
  8. Gibt es eine Schmerzkrankheit?
    Ja, davon spricht man, wenn sich ein Schmerzzustand über den ganzen Körper ausbreitet, ohne dass schulmedizinische Ursachen erkennbar sind bzw. der körperliche Auslöser bereits verheilt ist. In diesem Fall werden vor allem Medikamente eingesetzt und es ist eine psychotherapeutische Behandlung empfehlenswert.
  9. Wie kommt man in die Schmerzambulanz?
    Durch Überweisung durch den Haus- bzw. Facharzt und telefonische Terminvereinbarung mit mir persönlich vormittags (außer Di) unter 07712-3141-0 (durch den Portier verbinden lassen).
  10. Welche Schmerzbehandlungen bietet das Spital
    Neben der medikamentösen, chirurgischen und orthopädischen Behandlung bieten wir auch die Durchführung sog. Nervenblockaden an, stellen Schmerzpumpen ein und pflanzen Rückenmarkskatheter ein.

Das LKH Schärding bietet im Rahmen der Vorsorge-Aktion 2001 das Thema „Schmerzen müssen nicht sein!“ als Vortrag an. Interessenten wenden sich bitte an Gertraud Schmid, Tel: 07712-3141-22125 oder gertraud.schmid@gespag.at